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Lebensrad

Zweck

Das Lebensrad fasst die jüngste Qualität tatsächlich erfasster Signale pro Achse zusammen. Fehlende Werte werden nicht als null oder als schlechter Tag interpretiert. Wenige oder alte Einträge führen jedoch über ein niedrigeres Momentum zu einem vorsichtigeren sichtbaren Score.

Der sichtbare Score folgt als feste Invariante:

\[ \boxed{S=100\,Q\,M} \]

Dabei ist \(Q\) die zeit- und wichtigkeitsgewichtete Qualität und \(M\) das Momentum aus der aktuellen Datenbasis.

Vom Feld zur Achse

Normale Trackingfelder gehören über field.section zu einem Bereich. Jeder aktive Bereich kann über radarAxis mit höchstens einer Lebensrad-Achse verbunden werden.

flowchart LR
    F[Feld oder Ereignis] --> B[Bereich]
    B --> T[Tagesqualität des Bereichs]
    T --> A[Tagesqualität der Achse]
    A --> Q[zeitgewichtete Qualität]
    A --> M[Momentum]
    Q --> S[sichtbarer Score]
    M --> S

Es gelten folgende Regeln:

  • Ein Bereich kann keiner oder genau einer Achse zugeordnet sein.
  • Mehrere Bereiche dürfen auf dieselbe Achse zeigen.
  • Jeder Bereich wird zunächst für sich berechnet.
  • Zeigen mehrere Bereiche auf dieselbe Achse, werden ihre vorhandenen Tagesqualitäten gleichberechtigt gemittelt. Ein Bereich mit vielen Feldern verdrängt dadurch nicht automatisch einen kleineren Bereich.
  • Inaktive Bereiche und Bereiche ohne gültige Achsenzuordnung tragen nicht bei.
  • Felder erben die Achse ihres Bereichs; es gibt keine direkte Achsenzuordnung pro Feld.

Fenster, Aktualität und Momentum

Parameter Wert
Auswertungsfenster 28 Tage
Halbwertszeit 7 Tage
Momentum-Skala 4
Grundlimit für Handlungsbonus 25 % der offenen Qualitätslücke
sichtbarer Score 0–100

Das Aktualitätsgewicht eines \(a\) Tage alten Signals lautet:

\[ r(a)=2^{-a/7} \]

Ein heutiger Eintrag hat Gewicht 1, ein sieben Tage alter Eintrag Gewicht 1/2, ein 14 Tage alter Eintrag Gewicht 1/4.

Jeder Tag mit mindestens einem gültigen Signal liefert für die Achse genau eine Evidenzeinheit. Mehrere Felder oder Ereignisse desselben Tages erzeugen daher nicht mehrfach Momentum.

Für die effektive Evidenz \(E\) gilt:

\[ E=\sum_d e_d\,r(a_d) \]

Dabei ist \(e_d=1\), sobald an Tag \(d\) mindestens ein gültiges Signal der Achse vorliegt. Das Momentum ist:

\[ M=1-\exp\!\left(-\frac{E}{4}\right) \]

Wichtig: Feld- und Dropdown-Gewichtungen verändern niemals \(E\) oder \(M\). Sie können Qualität stärker oder schwächer gewichten, aber keine zusätzliche Datenbasis erzeugen.

Zielrichtung und Ausgangsqualität

Numerische Felder verwenden ihre konfigurierte Zielrichtung:

  • high: höhere Werte sind günstiger,
  • low: niedrigere Werte sind günstiger,
  • target: Werte im Zielbereich sind optimal; außerhalb fällt die Qualität zu den Skalenrändern ab,
  • neutral: kein Lebensrad-Signal.

Mit qualityAtMin und qualityAtMax können die Qualitäten an den Skalenrändern abweichend von null konfiguriert werden.

Statuswerte werden so interpretiert:

Wert Ausgangsqualität
yes / true 1,00
partial 0,65
no / false 0,00
na, leer, fehlend kein Signal

Bei Zielrichtung low wird die Statusqualität invertiert.

Gewichtungsstufen

Felder und unterstützte Katalogwerte verwenden ausschließlich diese Stufen:

Stufe Gewicht \(w\)
weniger wichtig 0,7
Standard 1,0
wichtiger 1,5
sehr wichtig 2,0

Ungültige oder alte Zwischenwerte werden auf Standard 1,0 normalisiert.

Die Gewichtung wirkt an drei Stellen:

  1. Zustandswerte innerhalb eines Bereichs werden gewichtet gemittelt.
  2. Handlungen werden gewichtet sättigend kombiniert und ihr Bonuslimit wird angepasst.
  3. Tagesqualitäten mit höherer mittlerer Wichtigkeit zählen innerhalb des 28-Tage-Fensters stärker zur Gesamtqualität \(Q\).

Sie wirkt ausdrücklich nicht auf Momentum.

Zustände und unterstützende Handlungen

Jedes Signal besitzt eine Rolle:

  • Zustand: beschreibt die aktuelle Lage, etwa Stimmung, Stress oder Schlafqualität.
  • Unterstützende Handlung: beschreibt etwas Hilfreiches, das getan wurde, etwa eine Routine, Sport oder Selbstfürsorge.

Standarderkennung:

  • Boolean und Status → Handlung,
  • Skala → Zustand,
  • Dauer und Zahl mit Zielrichtung high → Handlung,
  • Zielbereiche, die an einen Skalenrand reichen → Handlung,
  • übrige numerische Zielbereiche → Zustand.

radarRole kann diese Erkennung mit state oder action überschreiben.

Zustandsqualität eines Bereichs

Für Zustände mit Qualität \(q_i\) und Gewicht \(w_i\) gilt:

\[ q_Z=\frac{\sum_i w_iq_i}{\sum_i w_i} \]

Handlungsqualität eines Bereichs

Mehrere Handlungen werden sättigend kombiniert:

\[ q_A=1-\prod_i(1-q_i)^{w_i} \]

Die mittlere Handlungsgewichtung sei \(\bar{w}_A\). Das Bonuslimit ist:

\[ b=\min\!\left(1,\;0{,}25\,\bar{w}_A\right) \]

Damit beträgt das Limit bei Gewicht 1,0 normalerweise 25 % und bei Gewicht 2,0 bis zu 50 % der noch offenen Qualitätslücke.

Die Tagesqualität des Bereichs ist:

\[ q_{\mathrm{Bereich}}= \begin{cases} q_A, & \text{wenn kein Zustand vorliegt},\\[4pt] q_Z+(1-q_Z)\,q_A\,b, & \text{wenn mindestens ein Zustand vorliegt}. \end{cases} \]

Eine positive Handlung kann einen vorhandenen Zustand damit verbessern, aber niemals verschlechtern oder vollständig ersetzen.

Mehrere Bereiche auf einer Achse

Liegen an einem Tag Ergebnisse aus \(n\) zugeordneten Bereichen vor, werden diese gleich gemittelt:

\[ q_d=\frac{1}{n}\sum_{s=1}^{n}q_{d,s} \]

Die Tageswichtigkeit \(w_d\) ist der Mittelwert der Wichtigkeiten dieser vorhandenen Bereichsergebnisse. Fehlende Bereiche werden nicht als null in den Mittelwert aufgenommen.

Zeitgewichtete Qualität

Für jeden verfügbaren Tag \(d\) seien:

  • \(q_d\): Tagesqualität der Achse,
  • \(w_d\): mittlere Tageswichtigkeit,
  • \(a_d\): Alter des Tages.

Dann gilt:

\[ Q=\frac{\sum_d q_d\,w_d\,r(a_d)}{\sum_d w_d\,r(a_d)} \]

Aktuelle und wichtigere Tagesqualitäten beeinflussen \(Q\) stärker. Momentum wird dagegen ausschließlich aus der zeitgewichteten Evidenz \(E\) berechnet.

Sichtbarer Achsenscore

Die endgültige und durch Regressionstests abgesicherte Formel lautet:

\[ \boxed{S=100\,Q\,M} \]

In Prozentdarstellung:

\[ S=\frac{\text{Qualität in %}\times\text{Momentum in %}}{100} \]

Ein einzelner perfekter heutiger Eintrag besitzt \(Q=1\), aber nur:

\[ M=1-\exp(-1/4)\approx0{,}2212 \]

Daraus folgt:

\[ S=100\times1\times0{,}2212\approx22{,}12 \]

Ein einzelner perfekter Tag erzeugt also ungefähr 22 Punkte, nicht 100 Punkte. Erst wiederholte aktuelle Evidenz baut Momentum auf.

quality, momentum, effectiveEvidence, coverage und hasData bleiben getrennt verfügbar. Bei hasData: false zeigt die Oberfläche einen Gedankenstrich beziehungsweise „Keine Daten“ statt einer bewertenden Null.

Dynamische Ereignisse

  • Soziale Kontakte sind Zustände aus Verbundenheit 1–5.
  • Sport ist eine Handlung; Gefühl danach und Anstrengung bestimmen die Qualität. Anstrengung 4/5 ist optimal, 5/5 wird niedriger bewertet.
  • Selbstfürsorge ist eine Handlung; Gefühl, Entspannung und Klarheit bestimmen die Qualität.
  • Mahlzeiten sind Zustände aus Menge, Ausgewogenheit und Gefühl danach.
  • Ein Rückfall setzt das Recovery-Signal des Tages auf null.
  • Ein ausdrücklicher Kein-Drang-Check-in erzeugt ein positives Recovery-Signal.
  • Bei Drang-Ereignissen zählt die höchste Stärke des Tages.
  • Trigger erzeugen ein eigenes, mit steigender gewichteter Anzahl sinkendes Recovery-Signal.

Gewichtete oder ausgeblendete Katalogwerte – etwa Personen, Sportarten oder Trigger – werden bei diesen Ereignissignalen berücksichtigt.

Feldversionen und ausgeblendete Inhalte

Historische Feldversionen bleiben auswertbar. Ihre damalige Felddefinition bestimmt weiterhin Typ, Zielrichtung und Bereich. Die aktuelle Feldversion derselben logicalId bestimmt jedoch, ob das Feld aktiv ist und welche aktuelle Gewichtung verwendet wird.

Ist die aktuelle Version ausgeblendet, werden auch ihre historischen Versionen aus dem Lebensrad ausgeschlossen. Ausgeblendete Katalogwerte tragen ebenfalls nicht bei.